Tag 16: Kopenhagen

Heute gab es nochmal das volle Touri-Programm für mich 🙂 Los ging es bei der berühmten kleinen Meerjungfrau, die dem gleichnamigen Märchen von Hans Christian Andersen nachempfunden ist und an einer Uferpromenade auf Steinen sitzt. Hier war es mir ehrlich gesagt einfach nur viel zu voll. Man konnte die kleine Statue auch gar nicht verfehlen, da schon meterweit vorher Reisebusse aneinandergereiht standen. An dem kleinen, unscheinbaren Plätzchen selbst kam ich mir dann vor wie bei den Marktschreiern, zwischen all den Foto schießenden und drängelnden Menschen … Ich hab also einfach nur schnell still und heimlich ein paar Fotos geschossen und bin mit meinem Drahtesel Melissa 🙂 direkt weiter gefahren.

Nächste Station war die Festungs- und Wallanlage Kastellet, die auf einer sternförmigen Insel angesiedelt ist. Auf Stadtplänen sieht das wirklich ganz cool aus – googelt das auf jeden Fall mal. Das Areal wird auch heute noch vom dänischen Militär genutzt, beherbergt ansonsten aber auch Museen und eine große Parkanlage.




Das Schloss Amalienborg befindet sich nicht weit von kleiner Meerjungfrau und Kastellet entfernt und wird von der dänischen Königsfamilie bewohnt. Das Schloss besteht aus vier nahezu identischen Gebäuden, die um einen achteckigen Platz versammelt sind. Die Königin scheint heute auch zu Hause gewesen zu sein, denn ihre Fahne war gehisst. Das Gebäude mit der Kuppel, das ihr auf dem zweiten Fotos sehen könnt, ist eine Kirche, die sich in unmittelbarer Nähe zum Schloss befindet.


Mein nächster Stopp war dann die alternative Freistadt Christiania. Es handelt sich hierbei um eine autonome Gemeinde, die bereits seit Anfang der 1970er Jahre existiert und vom Staat geduldet wird. Hier leben vor allem Hippies und Aussteiger, die auf der Suche nach größtmöglicher persönlicher Freiheit sind. Das dänische Recht gilt in Christiania nicht. Die Bewohner haben ihre eigenen Regeln und Gesetze und ihre eigene Form von Demokratie. Christiania ist aufgebaut wie eine „richtige“ Stadt. In der Mitte befindet sich ein Marktplatz mit kleinen Geschäften bzw. Ständen, es gibt ein paar Restaurants und eine Art Bank, in der man die stadteigene Währung Løn erhalten kann. Von dem Marktplatz gehen dann diverse Straßen ab, die zu Parks und Wohnhäusern führen. In Christiania gibt es kein Eigentumsrecht, so gehört quasi alles jedem. Zudem gibt es hier kein „Oberhaupt“ oder jemanden, der das Sagen hat. Alle Bürger sind gleichberechtigt, Entscheidungen werden immer gemeinsam im Common Meeting getroffen. Es ist auf jeden Fall eine andere Welt, die man da betritt. Die spannend ist und einen aber auch irgendwie etwas verunsichert. Ich konnte mich jedenfalls nicht so recht entscheiden, ob ich mich dort nun wohlfühlen oder nicht wohlfühlen sollte, zwischen all den graffitibesprühten Häusern und Cannabis rauchenden Hippies. Es ist übrigens im Großteil der Freistadt nicht erlaubt, Fotos zu machen. Es kann passieren, dass du richtig Ärger bekommst, wenn du trotzdem Fotos schießt. An einigen Ecken ist es aber auch explizit gestattet, zu fotografieren, und zumindest davon möchte ich euch noch ein paar Eindrücke zeigen.





 

 

Den restlichen Tag verbrachte ich dann noch mit einem obligatorischen Stadtbummel und dem Abendessen. Danach ging es dann immer am Wasser entlang zurück zu meiner Unterkunft. Das Wasser in all den Städten wird mir zu Hause wirklich ein wenig fehlen – da kann die Oker in Braunschweig doch einfach nicht so richtig mithalten …
Jetzt genieße ich noch die letzten Sonnenstrahlen auf dem Balkon und schreibe diesen Artikel.

Tja ihr Lieben. Und das war es dann jetzt auch leider erstmal von mir. Morgen um 11:30 geht mein Zug zurück nach Hause, die Zeit davor werde ich nur noch mit frühstücken, packen und ein bisschen Proviant einkaufen verbringen. Wenn alles gut geht (drückt mir die Daumen) komme ich um 20Uhr am Bahnhof in Braunschweig an und der Alltag hat mich dann spätestens am Donnerstagmorgen wieder.

In ein paar Tagen möchte ich auf jeden Fall noch ein kleines Fazit zu meiner Reise schreiben (ich will nicht jetzt schon zu sehr in Abschiedsschmerz verfallen). Wenn ihr noch Fragen zu meiner Reise habt oder es bestimmte Dinge gibt, die euch interessieren (z.B. wo gibts die hübschesten Männer, wo wärst du gern länger geblieben, wie ist es allein zu reisen …), dann lasst gern einen Kommentar da oder schreibt mir privat. Ich würde das dann gerne noch in den letzten Beitrag zu der Reise mit einbauen und so nochmal Revue passieren lassen. 🙂 Ich möchte aber jetzt schonmal DANKE sagen an euch, die ihr hier so regelmäßig vorbei geschaut und fleißig kommentiert oder mir per WhatsApp geschrieben habt. Es hat mir total viel Spaß gemacht, meine Reise hier zu dokumentieren, euch teilhaben zu lassen und mich mit euch auszutauschen. Ich hoffe ihr hattet auch ein bisschen Spaß!? Schaut gern in den kommenden Tagen (vermutlich Anfang nächster Woche) hier nochmal vorbei, wenn euch mein Fazit zu der Reise interessiert.

Seid alle ganz lieb gegrüßt – und ich freu mich sehr, euch bald wiederzusehen 🙂

Eure Bella.

4 Kommentare

  1. Du hast ja heute wieder sehr viel wunderschönes gesehen. Am schlimmsten ist es bei der Meerjungfrau,wenn ein Bus mit Asiaten ankommt 😉 Die Wallanlage sieht auch fantastisch aus!

    Mir hat das Lesen unheimlich viel Spaß gemacht und ich fühlte mich an den meisten Stellen an meine Urlaube zurückerinnert. Du hast so detailliert und schön geschrieben,dass man total in deine Welt eintauchen konnte 😉
    Mich würde interessieren, wie viel du im Vorfeld geplant hast und wie du dich spontan durch die Städte hast treiben lassen. Und ob du zukünftig öfter alleine reisen würdest? Ich wünsche dir eine angenehme und pünktliche Rückreise und freue mich auf dein Fazit zu dieser wundervollen Reise!

  2. Dein letzter Tag in Kopenhagen scheint ja ein wirklich schöner Ausklang deiner Reise gewesen zu sein 🙂 – unglaublich, was du in den letzten zweieinhalb Wochen alles erlebt und gesehen hast. Ich bin schon jetzt ganz gespannt, was du noch so alles berichten wirst.

    DANKE auf jeden Fall für deine tolle Berichterstattung, es hat große Freude gemacht dich auf diese Art und Weise zu begleiten.

    Die Daumen für eine störfreie und hoffentlich pünktliche Rückfahrt sind fest gedrückt und ich muss ehrlich sagen: Ich freue mich schon sehr, dass du wieder zurück kommst! 🙂

  3. Oh was für tolle Eindrücke für den letzten Ausflug! Christiana ist ja richtig stark, ich kann total verstehen, dass du da nicht so wusstest, wie du dich da fühlen sollst. Ich werde jetzt auch ein bisschen wehmütig, weil ich es SO sehr genossen habe, hier all deine Einträge zu lesen.

    Und jetzt kommen tatsächlich noch ein paar Fragen von Jule und mir:
    1) Hattest du manchmal ein doofes Gefühl alleine zu reisen?
    2) Wieso gibt es in Christiana eine Währung, wenn es keinen Besitz gibt? Also gibt es da dann auch Läden?
    3) Wie funktioniert z.B. die Rechtssprechung, wenn jemand jemandem was antut?
    4) Wo wärst du gerne am längsten geblieben?
    5) Was würdest du uns für eine Reise empfehlen? Wo hast du deine Unterkunft in Schweden gebucht bzw. wäre die auch für 2 geeignet? 😛

    Ich freue mich auf deinen nächsten Post und vielleicht thasdt du ja auch mal Lust im Alltag was zu berichten.

    Du bist toll und ich bewundere dich nach wie vor für deine Reise, weil ich mich das allein glaube ich nicht so „getraut“ hätte.

    So schön, dass es dich gibt!
    Lisa

    • Hallo Lisa 🙂

      Deine Fragen zu. Christiania beantworte ich mal hier, da sie hier besser hin passen als in meinen Abschlussbericht.

      In Christiania gibt es Restaurants und Läden. Zum Beispiel auch viele, in denen Menschen selbst hergestelltes verkaufen. Hier gilt der Grundsatz „alles gehört jedem“ nicht, das bezieht sich mehr auf Grundstücke, Fahrzeuge und ähnliches. Man kann aber auch mit dänischen Kronen, manchmal sogar mit Euro, bezahlen.

      In Ausnahmefällen behalten sich die Bewohner von Christiania vor, die Polizei einzuschalten. Das aber nur bei körperlicher Gewalt oder wenn sich ein Verbrechen direkt gegen eine andere Person richtet. Ansonsten entscheidet die Gemeinschaft selbst darüber, ob zum Beispiel jemand aus Christiania ausgeschlossen wird, wenn diese Person etwas getan hat.

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