In 16 Tagen quer durch Skandinavien – Mein Fazit

16 Tage lang bin ich quer durch Skandinavien gereist, habe dabei 3 Länder und 7 Städte besucht (an 6 davon übernachtet). Ich habe in dieser Zeit mit dem Zug ca. 3.753 Kilometer  in insgesamt ca. 35 Stunden und 15 Minuten zurückgelegt. Pro Tag bin ich durchschnittlich 18.492 Schritte zu Fuß gegangen, was durchschnittlich 11,76 Kilometern pro Tag entspricht. Dazu kommen zig Kilometer auf dem Fahrrad und auf Fähren. 1.730 Fotos habe ich gemacht und mit einem Teil davon 14 Blogbeiträge gefüllt. Wieviel Geld ich ausgegeben habe, verrate ich euch lieber nicht 😀

Soweit zu den Fakten. An Gefühlen, Erfahrungen und Erinnerungen ist bei weitem mehr von meiner Reise übrig geblieben als das. So ganz bin ich noch nicht wieder im Alltag angekommen, schwelge viel zu oft in Erinnerungen und träume mich an schöne Orte zurück. Diese Reise war für mich aus vielen Gründen eine der spannendsten Erfahrungen und eines der größten Abenteuer meines Lebens.

Ich habe mir ein paar „Kategorien“ überlegt, anhand derer ich die Reise für mich (und euch) nochmal ein bisschen auswerten möchte. Vielleicht sind einige Erkenntnisse dabei ja auch noch ganz interessant für euch. Also, los gehts.

Meine persönlichen Highlights

  • Die Inseln Vrangö, Köpstadsö und Nakholmen.
  • Die Zugfahrt von Bergen nach Oslo bzw. die atemberaubende Natur, die es dabei zu sehen gab.
  • Die Fahrt durch den Osterfjord vor Bergen.

Das waren für mich die allerschönsten Erlebnisse der gesamten Reise, was glaube ich vor allem an der unberührten und atemberaubend schönen Natur lag oder auch an der Ruhe, die ich zum Beispiel auf den Inseln genießen konnte. Hier merkt man ganz deutlich, dass ich Städte zwar mag und gern erkunde, aber mir auch immer etwas Ruhe und Abgeschiedenheit wichtig sind, weshalb meine Highlights wohl eher Dinge sind, die Manchen als Nebensächlichkeiten erscheinen.

Die schönsten Städte

  1. Kopenhagen
  2. Malmö (mit Lund)
  3. Stockholm
  4. Oslo
  5. Göteborg
  6. Bergen

Das ist meine persönliche Rangfolge der Orte, die ich besucht habe. Ich muss gestehen, dass ich mich bei Oslo und Göteborg sehr schwer tue, sie stehen für mich eigentlich auf der gleichen Stufe. Dass Bergen mir von allen Stationen nicht ganz so gut gefallen hat, liegt glaube ich auf gar keinen Fall an der Stadt selbst, sondern einfach an dem doofen Wetter, das ich dort hatte, wodurch ich leider total wenig unternehmen und anschauen konnte.

Da ich auch gefragt wurde wo ich gern länger geblieben wäre … in Kopenhagen hatte ich etwas zu wenig Zeit, da ich nur 2 anstatt 3 Nächten dort verbrachte. Ich hätte mir gern noch ein bisschen die Gegend meiner Unterkunft oder ein paar Dinge weiter außerhalb der Stadt angeschaut. Daher fahre ich vielleicht irgendwann nochmal hin. Ansonsten wäre ich auch total gern länger in Stockholm geblieben, was aber vor allem an der Unterkunft lag (dazu gleich mehr). Definitiv einen längeren Aufenthalt wären auch die oben genannten Inseln wert gewesen. Mein Traum ist es, irgendwann nochmal für einige Tage enfach nur auf so einer Insel Urlaub zu machen.

Die schönsten Unterkünfte

Ich bin im Nachhinein total froh, dass ich fast ausschließlich über Airbnb Unterkünfte gebucht habe. Das hat mir auch der Hotelaufenthalt in Göteborg nochmal bewiesen. Klar ist es schön, wenn man alles gemacht bekommt und sich morgens vom Frühstücksbuffet bedienen kann. Gerade alleine war es mir aber auch wichtig, eine Unterkunft zu haben, in der ich mich richtig wohl fühlen und abends auch mal noch ein paar Stunden verbringen kann. Und da bietet so eine private Unterkunft meiner Meinung nach einfach viel mehr als ein anonymes, funktionales Hotelzimmer. Man ist ja dann auch gezwungenermaßen von anderen Touristen umgeben und wohnt in keiner typischen Wohnsiedlung. In „meinen“ Wohnungen habe ich mich total wohl und auch viel mehr als „Einheimische“ gefühlt.

Mein absolutes Highlight war die Unterkunft in Stockholm. Zwar recht weit außerhalb der Stadt gelegen, doch ein absoluter Traum. Ein süßes kleines rotes Schwedenhaus im Garten der Gastgeberin, mit unglaublich viel Liebe zum Detail eingerichtet und ausgestattet. Wer Interesse hat, kann mal bei diesem Link vorbei schauen, da könnt ihr euch Bilder der Unterkunft anschauen und sie buchen (sie ist meiner Meinung nach auch für Paare geeignet), falls ihr auch mal nach Stockholm möchtet. 🙂

Meine Reiseempfehlungen für euch

Wenn ihr auch Lust habt, mal nach Skandinavien zu reisen, dann würde ich persönliche 2 Dinge ganz besonders empfehlen.

1.) Ein verlängertes Wochenende in Kopenhagen
Kopenhagen ist von Deutschland aus wirklich schnell zu erreichen. Die Stadt ist toll, vor allem weil man alles mit dem Fahrrad erkunden kann. Die Stadt ist so gut ausgebaut dafür. Richtig viel zu sehen und erleben gibt es hier natürlich auch. Und ich würde dann auch zu einem Tagesausflug nach Malmö raten. Malmö ist mit dem Zug in 30 Minuten zu erreichen und wirklich einen Besuch wert, weil es hier einfach so gemütlich ist.

2.) Eine Woche Norwegen – Oslo, Bergen & ganz viel Natur
Gerade die Natur in Norwegen hat mich absolut fasziniert und teilweise richtig sprachlos gemacht. Daher würde ich empfehlen, zum Beispiel in Oslo zu starten, die Stadt anzuschauen und die Fjordinseln zu besuchen. Dann sollte man auf jeden Fall die Zugfahrt nach Bergen mitnehmen (man kann die Strecke auch mit dem Auto fahren) und vielleicht sogar einen Zwischenstopp mit 1-2 Übernachtungen in einem der Bergdörfer einlegen, um ein bisschen wandern zu gehen und die Natur noch intensiver zu erleben. Am Zielort Bergen kann man dann auch wieder viel Natur erleben und eine an sich wirklich süße Stadt erkunden.

Insgesamt kann ich vielleicht noch sagen: egal wohin ihr in Skandinavien reist, leiht euch Fahrräder aus. Die Städte sind dafür alle recht gut ausgelegt und alles liegt so nah beieinander, dass man eigentlich keine anderen Fortbewegungsmittel braucht.

Essen & Trinken

In Skandinavien ist alles unverschämt teuer. Darüber muss man einfach hinwegsehen, wenn man seinen Urlaub trotzdem genießen möchte. Gerade beim Essen und Trinken habe ich daher auf nichts verzichtet. Gut essen kann man in Skandinavien überall. Mir hat es jedenfalls immer geschmeckt. Besonders gut in Erinnerung geblieben sind mir die Pesto-Nudeln im Restaurant „Ruccola“ in Bergen und der Burger bei „Halifax“ in Kopenhagen. Meine liebsten Ketten waren in ganz Skandinavien „Espresso House“ (eigentlich genau wie Starbucks) sowie „Joe & the Juice“. Bei beiden habe ich oft und gerne mal eine Pause eingelegt.

Was mir in Skandinavien auch richtig gut gefallen hat und auf jeden Fall erwähnt werden sollte, sind die StreetFood-Märkte, die es überall gibt. Auf freien Plätzen oder in Hallen sind ganz verschiedene Stände mit Speisen und Getränken zu finden. In der Mitte gibt es dann meistens Platz zum Sitzen. So kann sich jeder einfach holen, was er mag, und alle können gemeinsam essen. Oft gibt es hier auch viele etwas außergewöhnlichere Gerichte.

  

Alles planen oder einfach treiben lassen?

Als Frage kam nochmal auf, wieviel ich vor der Reise geplant hatte und wie ich mich spontan habe durch die Städte treiben lassen. Was ich vorher geplant hatte waren: alle Zugfahrten und die Unterkünfte sowie die Fjordfahrt in Bergen (da ich Angst hatte, sie könnte sonst ausgebucht sein). Mehr nicht. Für all meine Stationen hatte ich mir die Monate vor der Reise viel im Internet oder in Reiseführern durchgelesen und mir so eine Liste angelegt mit Dingen, die aus meiner Sicht sehenswert erschienen oder die ich gern machen würde. Diese Liste habe ich mir dann meistens am Abend vorgenommen und den nächsten Tag grob geplant. Und dann bin ich einfach drauf los. Wenn es mir irgendwo nicht gefallen hat, bin ich einfach weiter gezogen. An anderen Orten bin ich dafür einfach länger verweilt, wenn ich mich dort wohl fühlte. Wenn die Straße, die nach rechts ging, schön aussah, bin ich dort abgebogen. Wenn mir nach Pause war, hab ich mich in ein Café gesetzt oder in einem Park ein bisschen gelesen. Ich habe immer genau das gemacht, worauf ich in dem Moment am meisten Lust hatte und bin dabei öfter auch ganz spontanen Impulsen gefolgt.

Das große Thema – Allein Reisen

Zu diesem Thema habe ich von so vielen Seiten die verschiedensten Kommentare, Fragen, erstaunte Blicke oder auch Bewunderung bekommen. Ich kann sagen, dass das ganz sicher nicht für jeden in Frage kommt, für mich aber eine ganz intensive und besondere Art ist, zu reisen. Ich bin schon immer auch gern mit mir allein gewesen, (habe schon als Kind stundenlang allein in meinem Zimmer gespielt), habe allein Dinge unternommen und mich dabei nie einsam gefühlt. Daher war es für mich eigentlich kein großes Ding, diese Reise allein zu planen und anzutreten. Der Wunsch war schon länger in mir, zum Teil habe ich ihn mir ja auch schon 2015 mit meiner 3-monatigen USA-Reise erfüllt, auch wenn ich dort natürlich nicht so ganz allein war wie dieses Mal. Fakt ist, dass ich es zu jeder Sekunde genossen habe. Es gab keinen Moment, in dem ich es blöd fand, allein zu sein. Wenn man will, lernt man überall Leute kennen, mit denen man ins Gespräch kommen kann. Oft habe ich das aber gar nicht gebraucht. Ich habe mich kein einziges Mal auf dieser Reise allein oder einsam gefühlt, was vielleicht auch ein bisschen daran lag, dass ich hier alles mit euch teilen konnte. Aber auch so – so völlig frei und flexible zu sein hat für mich einen sehr großen Reiz gehabt und mich die Welt um mich herum ganz anders und intensiver wahrnehmen lassen. Wovon ich selber ein bisschen erstaunt war: es hat mir nichtmal etwas ausgemacht, abends allein im Restaurant zu essen. Anfangs dachte ich, das könnte vielleicht etwas komisch werden. War es aber nicht. Die Leute reagieren ganz anders darauf als man denkt, dass da jemand allein sitzt. Beziehungsweise reagieren sie eigentlich gar nicht und verhalten sich völlig normal. Es war mir nie unangenehm, irgendwo allein zu sitzen und so oft habe ich festgestellt, dass ich nichtmal der einzige „Solo-Gast“ bin. Da sieht man also mal wieder, dass man sich oft vollkommen umsonst Gedanken um etwas macht. Mein Fazit: Allein reisen ist für mich ganz wundervoll und für mich steht fest, dass ich das definitiv ganz bald wiederholen möchte.

So, das war das Fazit meiner Reise. Der Text ist jetzt doch etwas länger geworden als geplant, aber falls ihr bis hierhin dabei geblieben seid: SCHÖN, dass ihr mich auf meiner Reise ein Stück begleitet habt 🙂

Bis spätestens zur nächsten Reise,

eure Bella.

 

3 Kommentare

  1. Das hast du sehr schön geschrieben dein Fazit 🙂 Danke, dass wir dich hier begleiten durften. Deine Berichte in den letzten Tagen waren eine tolle Inspiration. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht alle deine Erlebnisse hier zu verfolgen und jeden Morgen die unglaublich schönen Bilder anzuschauen. Ich bin mir sicher, dass du von dieser Reise noch lange etwas haben wirst. So wunderbare Erinnerungen vergisst man nicht so schnell!

  2. Liebe Isabelli :-),

    vielen lieben Dank für deine Berichte! Es hat so viel Freude bereitet dich zu begleiten und eben beim Lesen deines Fazits meinte ich zu Eike: Unser nächstes Urlaubsziel ist ja wohl klar
    :-D.

    Schön, dass du die Reise so sehr genossen hast und einfach das gemacht hast, worauf DU Lust hattest, denn das ist das einzige was zählt.

    Andererseits freue ich mich aber auch, dass du nun wieder hier bist :-).
    Ich freue mich dennoch schon jetzt auf deine nächste Reise, auf der wir dich dann hoffentlich wieder genau so begleiten dürfen.

  3. Ich habe deine Reise so so so gerne begleitet und es hat mich total inspiriert und gefreut. Ich selbst habe festgstellt dass ich es nicht so sehr gerne mag Reiseberichte zu posten, weil man Menschen, die von Zuhause mitlesen, weniger erzählen kann bzw. die dann oft sagen „hab ich schon gelesen“. hahaa. Aber ich liebe es das als eigene Erinnerung festzuhalten. Bilder und Texte sind einfach so wunderbar und ich finde deine Reise wunderschön und lese deine Worte so gerne. Ich hätte nicht den Mut alleine so lang unterwegs zu sein, glaube ich. Du hast so tolle Dinge erlebt und vielleich thast du ja auch im „Alltag“ mal wieder Lust das ein oder andere zu posten. 🙂 Ich umarme dich! Lisi

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